Babylotsen begleiten Familien
von Anfang an
Die Geburt eines Kindes verändert das Leben von heute auf morgen. Neben Glück und Vorfreude bringt sie für viele Familien auch Fragen, Unsicherheiten oder Belastungen mit sich. Genau hier setzen die Babylotsinnen am St. Elisabethen-Krankenhaus Lörrach an. Seit zehn Jahren begleiten sie Eltern in einer besonders sensiblen Lebensphase – mit Rat, Orientierung und dem passenden Netzwerk.
Was 2016 als Modellprojekt begann, ist heute aus der Geburtshilfe nicht mehr wegzudenken. Das Dreiland-Klinikum feierte dieses Jubiläum gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gesundheitswesen und den Frühen Hilfen.
Prävention beginnt direkt nach der Geburt
Die Zahlen sprechen für sich: In den vergangenen zehn Jahren führten die Babylotsinnen mehr als 15.000 Klärungsgespräche, über 4.500 vertiefende Beratungen und vermittelten Familien mehr als 4.000 Mal an weiterführende Unterstützungsangebote.
Alle Familien werden nach der Geburt aktiv angesprochen. Gemeinsam wird besprochen, ob Unterstützung gewünscht oder erforderlich ist. Ziel ist es, Belastungen frühzeitig zu erkennen und Familien passgenau mit bestehenden Hilfsangeboten zu vernetzen – bevor aus kleinen Sorgen größere Herausforderungen werden.
Ein bewährtes Konzept mit Vorbildcharakter
Bereits Ende der 2000er-Jahre engagierte sich das St. Elisabethen-Krankenhaus beim Aufbau der Frühen Hilfen im Landkreis Lörrach. Mit der Einführung der ersten Babylotsenstelle im Jahr 2016 wurde dieses Engagement weiter ausgebaut.
Das Konzept basiert auf einem wissenschaftlich begleiteten Modell der Stiftung Familienorientierte Nachsorge Hamburg SeeYou und wird inzwischen an mehr als 90 Geburtskliniken in Deutschland eingesetzt.
Zehn Jahre Babylotsen (© Dreiland-Klinikum)
Familien im Mittelpunkt
Für Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer, Klinischer Geschäftsführer der Kliniken des Landkreises Lörrach, gehören die Babylotsinnen heute selbstverständlich zu einer modernen Geburtshilfe.
„Gesundheit und Entwicklung eines Kindes werden wesentlich durch die familiären und sozialen Rahmenbedingungen geprägt. Die Babylotsinnen ergänzen unser multiprofessionelles Team auf einzigartige Weise.“
Auch Landrätin Marion Dammann betonte die Bedeutung des Angebots. Die Babylotsinnen seien ein wichtiges Bindeglied zwischen medizinischer Versorgung und den vielfältigen Angeboten der Frühen Hilfen im Landkreis.
Bundesweit ausgezeichnet
Die hohe Qualität der Arbeit wurde Ende 2025 erneut bestätigt: Das St. Elisabethen-Krankenhaus wurde als erste Geburtsklinik Deutschlands erfolgreich rezertifiziert und erhielt erneut das Qualitätssiegel „Babylotse“.
Besonders gewürdigt wurden die enge Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern, die professionelle Integration in den Klinikalltag und die hohe fachliche Kompetenz des Teams.
Ein guter Start für Familien
Heute begleiten zwei Babylotsinnen Familien am Standort Lörrach und unterstützen sie dabei, den Weg zu passenden Hilfsangeboten zu finden. Gleichzeitig hat sich das St. Elisabethen-Krankenhaus als regionales Weiterbildungszentrum für angehende Babylotsinnen etabliert.
Das Jubiläum zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Verbindung von medizinischer, psychosozialer und präventiver Versorgung für einen gelungenen Start ins Familienleben ist.

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