Kinderlachen schenken – genau dafür setzt sich Chinderlache e.V. aus Lörrach seit vielen Jahren ein. Der gemeinnützige Verein unterstützt Familien schnell, unbürokratisch und dort, wo Hilfe dringend benötigt wird. Dabei stehen immer das Wohl der Kinder und die Verbesserung ihrer Lebenssituation im Mittelpunkt.
Mit einer erneuten Spende konnte Chinderlache e.V. nun einem schwer an Long COVID beziehungsweise ME/CFS erkrankten Grundschüler den Zugang zum Schulunterricht ermöglichen. Finanziert wurde ein sogenannter AVA-Pinguin, ein Schulavatar, der es dem Kind erlaubt, von zu Hause beziehungsweise vom Krankenbett aus am Unterricht teilzunehmen.
Nachfolgend berichtet die Familie des Jungen selbst über ihren Weg und darüber, welche Bedeutung diese Unterstützung für sie hat.
„Unser Sohn kann dank des Avatar-Pinguins wieder Teil seiner Klasse sein“
Unser Sohn ist seit Dezember 2024 an einem postinfektiösen Syndrom (Long COVID/ME/CFS) schwer erkrankt. Aufgrund der Erkrankung ist er mittlerweile größtenteils nicht mehr in der Lage, am Schulunterricht oder am sozialen Leben teilzunehmen. Die Erkrankung hat ihn von einem Tag auf den anderen aus seinem bisherigen Leben gerissen. Schule, Freundschaften, Hobbys und viele selbstverständliche Dinge des Alltags sind seitdem nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt möglich.
Postinfektiöse Syndrome sind schwere Multisystemerkrankungen, die nach einer Infektion auftreten können. Bereits geringe körperliche, geistige oder emotionale Belastungen können zu einer deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands führen – sogenannte Crashs oder Post-Exertionelle Malaise (PEM). Deshalb muss unser Sohn seine vorhandene Energie sehr sorgfältig einteilen und jede Überlastung vermeiden.
Durch den AVA-Pinguin, der von Herrn Jürgen Dorsch vom Kreismedienzentrum Heilbronn speziell für Kinder mit postinfektiösen Syndromen entwickelt wurde, kann unser Sohn nun wieder vom Bett aus am Unterricht teilnehmen.
Der Avatar ermöglicht ihm nicht nur den Zugang zur Bildung, sondern vor allem die soziale Teilhabe. Er kann seine Mitschülerinnen und Mitschüler sehen, mit ihnen sprechen und – im Rahmen seiner gesundheitlichen Möglichkeiten – Teil der Klassengemeinschaft bleiben, ohne durch den Schulweg oder den Aufenthalt im Klassenzimmer gesundheitliche Rückschläge zu riskieren.
Für diese Möglichkeit sind wir unendlich dankbar.
Unser besonderer Dank gilt Chinderlache e.V. aus Lörrach, vertreten durch Herrn Erich Fischer. Bereits beim ersten Kontakt wurde die Finanzierung des AVA-Pinguins ohne Zögern zugesagt. Diese schnelle und unbürokratische Hilfe hat unserem Sohn eine Perspektive zurückgegeben, die für uns lange unerreichbar schien.
Ebenso möchten wir uns herzlich bedanken bei Rektor Reiner Kaiser der Grundschule Binzen für seinen außergewöhnlichen Einsatz und seine Beharrlichkeit bei der Umsetzung des Projekts. Unser Dank gilt außerdem unserer Klassenlehrerin Frau Bernzott, die den organisatorischen und pädagogischen Mehraufwand mit großer Flexibilität trägt, Frau Egner im Schulsekretariat, Frau Spieß als Gesamtelternbeirätin für die entscheidende Vermittlung sowie allen Eltern der Klasse, die die erforderlichen datenschutzrechtlichen Zustimmungen schnell und unkompliziert ermöglicht haben.
Gleichzeitig zeigt unser Weg aber auch, mit welchen Herausforderungen Familien von Kindern mit postinfektiösen Syndromen noch immer konfrontiert sind. Erst durch eigene Recherchen erfuhren wir überhaupt von der Möglichkeit eines Schulavatars. Nach unserem Kenntnisstand standen trotz des bestehenden Bedarfs keine öffentlichen Mittel für die Anschaffung eines solchen Systems zur Verfügung.
Erst durch das außergewöhnliche Engagement aller Beteiligten und die Spende von Chinderlache e.V. konnte nach mehreren Monaten schließlich eine Lösung gefunden werden.
Wir wünschen uns, dass künftig alle Kinder mit postinfektiösen Syndromen – unabhängig von ihrem Wohnort oder den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familien – Zugang zu geeigneten Hilfsmitteln erhalten. Bildung und soziale Teilhabe sollten auch bei einer schweren Erkrankung selbstverständlich möglich sein.
Chinderlache e.V. möchte weitere Kinder unterstützen
Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie viel durch gemeinsames Engagement erreicht werden kann. Für Chinderlache e.V. ist die Unterstützung mit dem AVA-Pinguin deshalb kein Einzelfall.
Der Verein hat angekündigt, künftig weitere Avatar-Pinguine für Kinder in Südbaden zu finanzieren und damit jungen Menschen trotz schwerer Erkrankungen die Teilhabe am Schulalltag zu ermöglichen. Moderne Hilfsmittel können für betroffene Familien einen entscheidenden Unterschied machen – und genau dort möchte Chinderlache e.V. helfen.
Weitere Informationen über die Arbeit von Chinderlache e.V. gibt es unter www.chinderlache.de.

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