Die Kliniken des Landkreises Lörrach sind vom Qualitätsverbund Babylotse e. V. als bundesweit erste Einrichtung erfolgreich rezertifiziert worden. Mit dem vor zehn Jahren eingeführten Angebot der Babylotsen war das St. Elisabethen-Krankenhaus vor drei Jahren bereits die erste Klinik in Deutschland, die die Erstzertifizierung für das Qualitätssiegel Babylotse erhalten hat. Die erfolgreiche Re-Zertifizierung bestätigt erneut die hohe Qualität sowie die nachhaltige Weiterentwicklung der Babylotsenarbeit in Lörrach.
Im Abschlussbericht hebt der Qualitätsverbund hervor, dass die Babylotsenarbeit am St. Elisabethen-Krankenhaus klar strukturiert, professionell organisiert und fest in den Klinikalltag integriert ist. Die Babylotsinnen verfügen über ausreichende personelle Ressourcen, fachlich hohe Kompetenz, erfahrene Kolleginnen und Kollegen sowie eine enge Vernetzung innerhalb der Klinik und mit externen Partnern. Dadurch ist eine bedarfsgerechte Beratung und verlässliche Überleitung der Familien in passende Unterstützungsangebote gewährleistet. Die Arbeitszufriedenheit ist hoch, die Teamstrukturen und Kommunikationswege sind effektiv. Insgesamt wird der Babylotsenarbeit eine sehr hohe Qualität bescheinigt. Im Qualitätsverbund Babylotse sind 92 Geburtskliniken aus 13 Bundesländern vertreten. Bei etwa 21 % aller Geburten in Deutschland steht eine Babylotsin zur Verfügung.
Chefarzt Prof. Dr. Michael Bohlmann (© Kliniken des Landkreises Lörrach )
Vorbildliche Strukturen und enge Vernetzung als Erfolgsfaktoren
Während der Begehung wurden zahlreiche vorbildliche „Gute Lösungen“ identifiziert, die Vorbildcharakter haben und auch anderen Mitgliedern des Qualitätsverbunds zur Verfügung gestellt werden. Dazu zählen verbindliche Kooperationsverträge mit den Frühen Hilfen des Landkreises Lörrach und weiteren Netzwerkpartnern, regelmäßige Austauschtreffen und Fallbesprechungen, klar geregelte Abläufe zur gegenseitigen Vermittlung sowie ein etabliertes Fehlermanagementsystem auf Basis des Critical Incident Reporting Systems. Diese Strukturen tragen wesentlich zur Qualität, Sichtbarkeit und nachhaltigen Verankerung der Babylotsenarbeit bei.
Individuelle Begleitung von Beginn an – freiwillig und kostenfrei
„Die Babylotsinnen Vera Stächelin und Anika Conradt begleiten werdende Eltern bereits ab der Anmeldung zur Geburt und unmittelbar nach der Entbindung“, betont Prof. Dr. med. Michael Bohlmann, Chefarzt des Zentrums für Gynäkologie & Geburtshilfe. Sie unterstützen bei Anträgen, vermitteln Kontakte zu Beratungsstellen, Hebammen, Kursangeboten und weiteren Hilfen und stehen Familien bei Fragen, Sorgen oder Unsicherheiten zur Seite. In vertraulichen Gesprächen werden individuelle Bedarfe geklärt und passgenaue Unterstützungsangebote vermittelt, bei Bedarf auch mit persönlicher Begleitung. Die Inanspruchnahme des Angebots ist freiwillig und kostenfrei. „Das gut evaluierte Präventionsprojekt ‚Babylotse‘ verfolgt das Ziel, Belastungen frühzeitig zu erkennen und Krisen zu verhindern, bevor sie entstehen“, ergänzt Michael Trost, Leiter der Sozialberatung am St. Elisabethen-Krankenhaus. Für ihn ist die Rezertifizierung mit dem sehr guten Ergebnis von 36 von 40 Punkten ein besonderes Abschiedsgeschenk: Nach 30 Jahren am St. Elisabethen-Krankenhaus wechselt er gemeinsam mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie zum Zentrum für Psychiatrie Emmendingen.
St. Elisabethen-Krankenhaus (© Kliniken des Landkreises Lörrach )
Hoch spezialisierte Versorgung für Mutter und Kind
Mit seinem Perinatalzentrum gewährleistet das Lörracher Klinikum eine hoch spezialisierte und umfassende Versorgung für werdende Mütter und ihre Neugeborenen – und damit ein Maximum an Sicherheit, auch bei seltenen und außergewöhnlichen Ereignissen.

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