Wie können Menschen mit Demenz im Krankenhaus bestmöglich versorgt werden? Im Rahmen der Demenzwochen 2026 stellt das Dreiland-Klinikum am Donnerstag, 22. Oktober, das Silviahemmet-Konzept vor. Die öffentliche Veranstaltung findet von 16 bis 18 Uhr im Kreiskrankenhaus Lörrach statt.
Menschen mit Demenz werden häufig wegen einer akuten oder chronischen Erkrankung ins Krankenhaus aufgenommen. Eine fremde Umgebung, ungewohnte Abläufe und wechselnde Bezugspersonen können für sie eine besondere Herausforderung darstellen. Umso wichtiger ist eine Versorgung, die neben der medizinischen Behandlung auch die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt.
Unter dem Titel „Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus nach Silviahemmet“ stellt ein interprofessionelles Team das Konzept und seine Bedeutung für den Klinikalltag vor. Die ärztliche Perspektive bringt Dr. Sven von Rönn, Chefarzt der Geriatrie, ein. Gemeinsam mit Mitarbeitenden aus Pflege, Physiotherapie und Ergotherapie zeigt er, wie die verschiedenen Berufsgruppen zu mehr Orientierung, Sicherheit und einer bedarfsgerechten Versorgung beitragen können.
Vier Säulen für eine demenzsensible Versorgung
Das Silviahemmet-Konzept basiert auf der Palliative-Care-Philosophie und stellt den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Es beruht auf vier Säulen: Symptomkontrolle, Unterstützung der Angehörigen, Teamarbeit und Kommunikation.
Gerade im Akutkrankenhaus sind diese Grundsätze von großer Bedeutung. Neben der eigentlichen medizinischen Behandlung müssen auch die Auswirkungen der Demenz auf Orientierung, Kommunikation, Verhalten und das Erleben des Krankenhausaufenthaltes berücksichtigt werden.
„Demenzsensible Versorgung gelingt deshalb nur gemeinsam. Medizin, Pflege und Therapie müssen ihre unterschiedlichen Perspektiven zusammenbringen und auch die Angehörigen einbeziehen“, sagt Chefarzt Dr. Sven von Rönn.
Anhand der vier Säulen des Silviahemmet-Konzepts erläutern die Beteiligten aus ärztlicher, pflegerischer und therapeutischer Sicht, wie eine demenzsensible Versorgung im Krankenhausalltag konkret umgesetzt werden kann.
Chefarzt Dr. Sven von Rönn (© Dreiland-Klinikum Lörrach )
Aus Wissen soll gelebte Praxis werden
Die Veranstaltung markiert zugleich den Abschluss einer umfangreichen Qualifizierung von Mitarbeitenden der Kliniken des Landkreises Lörrach nach dem Silviahemmet-Konzept. Insgesamt 19 Mitarbeitende aus Medizin, Pflege und Therapie haben sich in 135 Ausbildungsstunden zu Silviahemmet-Trainerinnen und -Trainern qualifiziert. Ihr Wissen sollen sie künftig berufsgruppenübergreifend in die klinischen Teams tragen.
Ziel des Dreiland-Klinikums ist es, Demenzsensibilität nicht als Aufgabe einzelner Berufsgruppen oder Stationen zu verstehen, sondern Schritt für Schritt im gesamten Klinikalltag zu verankern. Die Qualifizierung ist zugleich Teil der Vorbereitung auf das zukünftige Dreiland-Klinikum.
Im Anschluss an die Vorstellung besteht Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit Dr. Sven von Rönn sowie den Silviahemmet-Trainerinnen und -Trainern aus Pflege und Therapie ins Gespräch zu kommen.
Veranstaltung auf einen Blick
Thema: Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus nach Silviahemmet
Termin: Donnerstag, 22. Oktober 2026, 16 bis 18 Uhr
Ort: Kreiskrankenhaus Lörrach, Cafeteria im 5. Obergeschoss
Anmeldung: Nicht erforderlich
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Demenzwochen 2026 im Landkreis Lörrach statt.
Discussion about this post