Humanitäre Hilfe ohne Grenzen: Kinderurologen aus Lörrach und Bern ermöglichen Jungen aus Angola ein neues Leben
Medizinische Hilfe, die Perspektiven schafft
Die Abteilung für Kinderchirurgie & Spezielle Kinder- und Jugendurologie am St. Elisabethen-Krankenhaus engagiert sich seit vielen Jahren für internationale Hilfsprojekte. Nun konnte erstmals ein junger Patient aus Angola erfolgreich in Lörrach behandelt werden.
Der elfjährige Junge kam über die Hilfsorganisation Friedensdorf International nach Deutschland. Er leidet an einer komplexen Harnröhrenfehlbildung, die ihn im Alltag erheblich einschränkte. Da das Team der Kinderurologie am St. Elisabethen-Krankenhaus auf die operative Behandlung solcher Fehlbildungen spezialisiert ist, wurde der Kontakt nach Lörrach hergestellt.
Gemeinsamer Einsatz von Spezialisten aus Lörrach und Bern
Die Operation wurde von Dr. Tobias Berberich, Chefarzt der Kinderchirurgie und Speziellen Kinder- und Jugendurologie, gemeinsam mit Dr. Mazen Zeino, Leiter der Kinderurologie am Inselspital Bern, durchgeführt.
Die beiden Spezialisten arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen – sowohl im klinischen Alltag als auch bei humanitären Projekten. Der Eingriff verlief erfolgreich. Nach vollständiger Heilung wird der Junge voraussichtlich ein nahezu normales Leben führen können.
„Es ist immer wieder eine dankbare Aufgabe, wenn wir einem Kind durch einen Eingriff zu einem normalen Leben verhelfen können. Solche Operationen werden in vielen Herkunftsländern oftmals nicht angeboten“, erklärt Dr. Tobias Berberich.
Dr. Tobias Berberich, gemeinsam mit dem Patient aus Angola und Dr. Mazen Zeino
(© Dreiland-Klinikum Lörrach)
Friedensdorf International macht Hilfe möglich
Viele kinderurologische Fehlbildungen sind komplex und können in den Heimatländern der betroffenen Kinder häufig nicht behandelt werden. Organisationen wie Friedensdorf International schaffen hier wichtige Perspektiven und ermöglichen eine medizinische Versorgung nach modernen Standards.
Nach seinem Aufenthalt im St. Elisabethen-Krankenhaus wird der Junge zunächst in einer Einrichtung von Friedensdorf International weiter betreut, bevor er zu seiner Familie nach Angola zurückkehrt.
Engagement über medizinische Versorgung hinaus
Die Behandlung erfolgte ehrenamtlich durch die beteiligten Spezialisten. Die Kosten für den stationären Aufenthalt übernehmen die Kliniken des Landkreises Lörrach.
„Sich auch im Bereich der humanitären Hilfe zu engagieren, gehört zu unserem Selbstverständnis. Dass wir einem Kind aus Angola gemeinsam mit unseren Partnern die Perspektive auf ein nahezu normales Leben ermöglichen konnten, erfüllt uns mit großer Dankbarkeit“, sagt Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer, Klinischer Geschäftsführer der Kliniken des Landkreises Lörrach.
Kinderchirurgie künftig im neuen Eltern-Kind-Zentrum
Mit dem neuen Dreiland-Klinikum wird die Abteilung für Kinderchirurgie & Spezielle Kinder- und Jugendurologie Teil des modernen Eltern-Kind-Zentrums.
Bereits heute bietet die Abteilung ein umfassendes Spektrum kinderchirurgischer, kinderurologischer, traumatologischer und orthopädischer Behandlungen. Neben modernster medizinischer Versorgung steht die kindgerechte Betreuung im Mittelpunkt. Erfahrene Pflegefachkräfte begleiten die jungen Patientinnen und Patienten mit großer Fürsorge und Fachkompetenz. Eine Begleitung durch die Eltern rund um die Uhr ist selbstverständlich möglich und unterstützt den Heilungsprozess zusätzlich.

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