Das Thema Pflegebedürftigkeit ist ein zentrales Thema unserer Zeit. Was dabei oft zu kurz kommt, ist die psychologische Unterstützung der pflegenden Angehörigen, die einen Großteil der pflegebedürftigen Menschen betreuen und pflegen. Die mit den fordernden Aufgaben und der individuell sehr anspruchsvollen Pflegesituation einhergehenden körperlichen und psychischen Belastungen gilt es zu bewältigen. Die Zusammenhänge von Körper und Psyche sind so eng und vielfältig, dass sich die Diagnostik nicht nur auf psychische Erkrankungen beschränkt, sondern auch umfangreiche differenzialdiagnostische Abklärung und somatische Nebendiagnosen mit berücksichtigt werden sollten.
![Dr. Thomas Fuchs (© Sigma-Zentrum)](https://www.jive-magazin.de/wp-content/uploads/2021/06/Prof.-Dr.-Christoph-Bielitz-©-Sigma-Zentrum--1024x683.jpg)
Prof. Dr. med. Christoph Bielitz, Geschäftsführender ärztlicher Direktor des Sigma-Instituts (© Sigma-Zentrum)
Untersuchungen zeigen, dass sich rund 70 Prozent der pflegenden An- und Zugehörigen überlastet fühlen und damit anfälliger sind für stressbedingte Krankheiten wie zum Beispiel Rückenschmerzen, Schmerzen im Schulter und Nackenbereich sowie in den Gelenken. Auch Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Herz- und Magenbeschwerden, nervöse Zustände und Erschöpfung gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen. Bei psychosomatischen Beschwerden befinden sich Patienten oft auf einer langen Odyssee von Arztbesuchen, Diagnoseverfahren und Unsicherheiten. Oft stellt sich dabei heraus, dass viele körperliche Symptome oder gar chronische Erkrankungen auf seelische Ursachen zurückgeführt werden können. Der Begriff Psychosomatik setzt sich aus den Begriffen Psyche (Seele) und Soma (Körper) zusammen. Die klassische Medizin geht deshalb mehr und mehr dazu über, dieses Zusammenspiel in der Diagnostik und Behandlung von Krankheiten und körperlichen Beschwerden zu berücksichtigen.
Unverarbeiteter Stress macht krank
Viele Menschen sammeln im Verlauf ihres Lebens Erinnerungen an viele schwere Erlebnisse, Verletzungen und Stresserfahrungen. In der Regel wehrt sich der Körper stetig und erfolgreich gegen diese seelischen Umweltereignisse.
„Dennoch werden oft die natürlichen Anpassungs- und Bewältigungsstrategien überfordert und somit Krankheiten ausgelöst“, so Professor Dr. Christoph Bielitz, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums. Die oft gerade bei pflegenden Frauen häufigere Doppel- oder Mehrfachbelastung wie Kinder, Pflege, Haushalt und Arbeit führt über die Dauer zur Erschöpfung und seelischen Auszehrung. Es folgen Depressionen und nicht selten andauernde „seelische Schmerzen“, vegetative körperliche Störungen und Schmerzen im Skelett- und Muskelsystem. Die Stressverarbeitungsfähigkeit lässt nach.
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Das Ärztehaus beim Diakoniekrankenhaus Freiburg. (© Nicolai Schmidt)
Mehrstufige multimodale Behandlung
Bei der Behandlung der Folgekrankheiten wie stressbedingte durchgreifende Erschöpfung, Ängste, Depressionen und Trauer geht es darum, dass die betroffene Person darin Unterstützt wird, das belastende Geschehen zu verarbeiten, funktionale Lösungen zu suchen, etwaige Schuldgefühle gegenüber dem zu Pflegenden zu erörtern, den schleichenden Abschied zu thematisieren. Hier hat sich ein mehrstufiges Behandlungskonzept bewährt, bestehend aus intensiver Einzeltherapie (mehrmals
pro Woche), Körperpsychotherapie, Stabilisierungsgruppen, Gestaltungstherapie, Musiktherapie, Bewegungstherapie und verschiedene Entspannungsverfahren. Zu den
Schwerpunkten der speziell konzipierten Stabilisierungsgruppe gehört zunächst, dass die Stresssymptome als normale Reaktionen verstanden werden und dann Fähigkeiten zur Ressourcenaktivierung und Bewältigungsstrategien zum Umgang mit innerer Anspannung entwickelt werden. Dem ganzheitlichen Ansatz des Sigma-Konzepts folgend verfügt die Klinik
über Fachärzte mit unterschiedlichen Fachrichtungen sowie eine hervorragende apparative Ausstattung. In der Diagnostik werden alle Dimensionen menschlichen (Er-)Lebens berücksichtigt: Entscheidend ist, dass die Patienten nicht auf eine einmal gestellte Diagnose reduziert, sondern in einer Gesamtschau ihrer psychischen und somatischen Beeinträchtigung betrachtet werden.
Ziel
Das Sigma-Institut strebt gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten an, neben mentaler Stärkung, Abbau von Schuldgefühlen und zugleich radikaler Akzeptanz der Situation um einen Pflegebedürftigen, eine bessere Belastbarkeit und Alltagsfähigkeit zu erreichen. Gemeinsam wird nach praktischen und emotionalen Abgrenzungsmöglichkeiten
gesucht. Zur Auslotung realer Entlastungsmöglichkeiten – wie teilweise oder vollständige Delegation der Pflege, Organisation der Hauswirtschaftshilfe, Pflegegradermittlung etc. – wird auch die Sozialarbeiterin des Sigma-Zentrums eingebunden.
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Parkanlage der Klinik. (© Sigma-Zentrum)
Sigma-Zentrum
Als eine seit über 20 Jahren etablierte private Fachklinik bietet das Sigma-Zentrum Bad Säckingen mit dem Sigma-Institut in Freiburg (Wirthstraße 9, im Ärztehaus des Gesundheitscampus am Diakoniekrankenhaus) für privatversicherte Ratsuchende und Patienten einen persönlichen und diskreten Zugang zu Beratung und Kurzzeittherapie
im Bereich psychischer und psychosomatischer Beschwerden.
Kontakt:
Telefon: 0761 1518713-0
E-Mail: info@sigma-institut.de
Weiterführende Informationen:
www.sigma-institut.de
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