Éine Geburt gehört zu den prägendsten Momenten im Leben – und sie bleibt nicht immer unbeschwert. Was medizinisch gut verläuft, kann sich für Frauen dennoch belastend oder sogar traumatisch anfühlen. Genau hier setzt das St. Josefskrankenhaus Freiburg an – mit einem klaren Ziel: Geburtshilfe nicht nur sicher, sondern auch seelisch achtsam zu gestalten. Mit der verpflichtenden Fortbildung „Wenn die Geburt zum Trauma wird“ geht das Haus einen konsequenten Schritt in Richtung traumasensibler Versorgung. Als erste Geburtshilfe der Region hat das St. Josefskrankenhaus dieses Thema fest in die Qualifizierung seines Teams integriert.
„Ausdruck der ganzheitlichen Philosophie unserer Geburtshilfe ist die bewusste Auseinandersetzung mit dem wichtigen Thema Traumatisierung“, betont Dr. Bärbel Basters-Hoffmann, Chefärztin der Geburtshilfe. Ziel sei es, Fachkräfte für die Perspektive der Frauen zu sensibilisieren und ihnen konkrete Sicherheit im Umgang mit belastenden Geburtserfahrungen zu geben. Der Kurs vermittelt fundierte wissenschaftliche Grundlagen ebenso wie praxisnahe Impulse für den klinischen Alltag. Bereits mehr als 1.600 Fachpersonen haben die Weiterbildung absolviert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie belastende Erfahrungen erkannt, eingeordnet und professionell begleitet werden können – und wie sich traumatischen Verläufen vorbeugen lässt.
Dr. Bärbel Basters-Hoffmann © Artemed Kliniken Freiburg
Das Erleben der Frauen im Mittelpunkt
Zentrale Impulse liefert die Arbeit von Dr. Ute Taschner. Die Ärztin, Stillberaterin und Resilienz-Trainerin zeigt, dass nicht allein medizinische Komplikationen entscheidend sind, sondern vor allem das subjektive Erleben der Frauen. Fehlende Mitbestimmung, unzureichende Kommunikation oder das Gefühl von Kontrollverlust können dazu beitragen, dass eine Geburt als traumatisch erlebt wird – mit möglichen Folgen für die Bindung zum Kind und die psychische Gesundheit. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Geburtshilfe an Bedeutung, die Vertrauen schafft, Sicherheit vermittelt und die individuelle Situation der Frauen ernst nimmt. Genau diesen Ansatz verfolgt das St. Josefskrankenhaus konsequent weiter.
Geburt im St. Josefskrankenhaus © Isabell Steinert
Ganzheitliches Konzept von Anfang an
Die Fortbildung ist Teil eines umfassenden Gesamtkonzepts: Mit der Ende 2025 eröffneten zentralen Elternschule wurden die Angebote für werdende Eltern gezielt gebündelt und erweitert. Sie schafft einen geschützten Raum für Information, Vorbereitung und Austausch – und stärkt Familien bereits vor der Geburt. Ergänzt wird dieses Angebot durch moderne geburtshilfliche Strukturen, darunter ein hebammengeleiteter Kreißsaal sowie ein Be-Up-Kreißsaal, die eine interventionsarme und selbstbestimmte Geburt fördern. Als Babyfriendly Hospital (WHO/UNICEF) setzt das Haus zudem auf konsequente Bindungsförderung, unmittelbaren Haut-zu-Haut-Kontakt und Stillunterstützung. Niedrige Kaiserschnittraten und hohe Stillquoten bestätigen die Qualität dieses Ansatzes. Mit der konsequenten Verankerung traumasensibler Kompetenzen unterstreicht das St. Josefskrankenhaus seinen Anspruch, Geburt ganzheitlich zu denken – medizinisch, emotional und menschlich. Denn eine gute Geburt bedeutet mehr als ein gesundes Kind: Sie ist auch der Beginn einer stabilen und vertrauensvollen Beziehung zwischen Mutter und Kind.
Über das St. Josefskrankenhaus Freiburg
1886 von den Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul
gegründet, ist das St. Josefskrankenhaus heute zentrale Anlaufstelle für die
Grund-, Regel- und Spezialversorgung im Freiburger Raum. Neben einer
hervorragenden Not- und Dringlichkeitsversorgung bietet das akademische
Lehrkrankenhaus der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ein breit
gefächertes Leistungsspektrum für alle Generationen. Dabei liegt der Fokus
auf modernen, innovativen und hochspezialisierten Diagnostik- und
Therapieverfahren ebenso wie auf einer individuellen, auf menschliche
Zuwendung ausgerichteten Patientenbetreuung. Seit Oktober 2020 gehört
das St. Josefskrankenhaus zur Artemed-Gruppe.

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